Das Wohnnetz soll in Lichtensteig realisiert werden, einem attraktiven und innovativen Städtchen, das schon seit einigen Jahren Schlagzeilen weit über die Region hinaus macht. Die Gemeinde liegt im ländlichen Toggenburg (SG), strahlt aber trotz nur gut 2’000 Einwohner:innen eine hohe Urbanität aus.
Lichtensteig war über Jahrhunderte das wohlhabende städtische Zentrum im ländlichen Toggenburg. Hier wurde der regionale Handel abgewickelt und für den nationalen und internationalen Markt produziert. Die örtliche Wirtschaft geriet aber ab den 1970er-Jahren ins Straucheln: Hunderte Arbeitsplätze in Industrie, Handel und Dienstleistung verschwanden, die Bevölkerung schrumpfte bis vor kurzem beständig. Das Resultat waren im Stadtzentrum leerstehende Erdgeschossflächen und in dessen Umfeld ungenutzte Industriebrachen.
Bereits in den 1980er Jahren sahen einige Nonkomformist:innen aus der Region in den vielen günstig verfügbaren Raumangeboten die Freiräume und das Potenzial zur Verwirklichung ihrer Lebensträume. Im ansonsten eher konservativ geprägten Toggenburg entwickelte sich das Städtchen Lichtensteig zum Zufluchtsort für Alternative und Freigeister. Dies prägte die Stadt in der Folge nachhaltig. So entstanden beispielsweise das Chössi-Theater oder die Jazztage.
Politik und Bevölkerung wollten den Leerstand irgendwann nicht mehr hinnehmen und entwickelten neue innovative Perspektiven zur Wiederbelebung der ungenutzten Räume. Lichtensteig positioniert sich seither bewusst mehrdeutig als Mini.Stadt – als identitätsstiftende Kleinstadt auf dem Land, die Raum bietet zur Verwirklichung von eigenen Visionen und Ideen. Sie verfolgt dabei eine Strategie, mit der gezielt “weltoffene, moderne, aktive und interessierte Menschen mit Anspruch auf günstigen und schönen Wohnraum angesprochen werden, die in Lichtensteig leben und nicht nur wohnen wollen.” Die Stadt, massgeblich geprägt durch den seit 2013 amtierenden Stadtpräsidenten Mathias Müller, unterstützt im Zuge ihrer Wiederbelebung diverse Initiativen, u.a. auch das Wohnnetz. So hat sich Lichtensteig in den letzten Jahren von einem durch Strukturwandel geprägten Ort zu einem Modell für zukunftsorientierte Kleinstadtentwicklung gewandelt, was auch mit der Aufnahme in die Rural Roadmap der EU oder mit dem Schweizer Wakker-Preis 2023 gewürdigt wurde.
Ein dichtes Netzwerk von innovativen und nachhaltigen Projekten bildet das Herzstück von Lichtensteigs Wieberbelebung. Das Macherzentrum im ehemaligen Postgebäude bietet Start-ups, Kreativen und Selbständigen eine inspirierende Umgebung mit Coworking-Plätzen, Workshops und Austauschformaten. Im Rathaus für Kultur, der ehemaligen Stadtverwaltung, schaffen Ateliers, Veranstaltungen und Gastronomie Raum für Begegnung und künstlerischen Ausdruck. Die Genossenschaft Zeitgut wiederum stärkt den sozialen Zusammenhalt, indem sie Nachbarschaftshilfe und Freiwilligenarbeit organisiert und Menschen aller Generationen miteinander vernetzt. Die Stiftung zukunft.bahnhof entwickelt das Bahnhofsareal von Lichtensteig zu einem offenen Wohn-, Lern- und Kulturort, an dem Menschen eine zukunftsfähige Lebensweise vorantreiben. Besonders eindrücklich zeigt sich die Entwicklung Lichtensteigs im Projekt der Genossenschaft Stadtufer: Auf rund 8’000 Quadratmetern entsteht hier aus einer ehemaligen Textilfabrik an der Thur ein vielseitiger Wohn-, Arbeits- und Kulturraum. Zurzeit gibt es nebst dem zentralen Foyer schon diverse Kreativräume; später sollen hier bis zu 70 Personen wohnen.
In Lichtensteig entsteht also gerade ein lebendiges Ökosystem vieler gemeinschaftsorientierter Initiativen. Ein Projekt wie das Wohnnetz Lichtensteig fügt sich hier ideal ein: Es zieht progressive Bewohner:innen an, belebt die Gemeinde und fördert nachhaltige Formen des Zusammenlebens.
Alle wichtigen Ziele innerhalb des Städtchens sind in höchstens zehn Minuten bequem zu Fuss erreichbar, mit dem Fahrrad sogar noch schneller. Auch die grössere Nachbarsgemeinde Wattwil ist mit einer Distanz von 3 km problemlos mit dem Fahrrad erreichbar. Das Gebiet des geplantes Wohnnetzes befindet sich auch in maximal zehn Minuten Gehdistanz (höchstens 700 m) zum Bahnhof Lichtensteig. Dieser ist gut an das regionale und überregionale Bahnnetz angebunden. In kurzen Intervallen fahren direkte Züge nach Wattwil, Wil, Rapperswil und St. Gallen. Mit einmaligem Umsteigen bestehen zudem gute Verbindungen nach Winterthur und Zürich.
| Ziel | Einwohner:innen | Verkehrsmittel | Frequenz | Dauer |
| Wattwil | 9’000 | Velo (3,0 km) | beliebig | 12 Min. |
| Bus ab Obertor direkt | 15 / 30 Min. | 9 Min. | ||
| Zug direkt | 30 Min. | 4 Min. | ||
| Wil | 25’000 | Zug direkt | 30 Min. | 21 Min. |
| Rapperswil | 29’000 | Zug direkt oder mit 1x Umsteigen | 30 Min. | 27 Min. |
| St. Gallen | 79’000 | Zug direkt | 30 Min. | 31 Min. |
| Winterthur | 120’000 | Zug mit 1x Umsteigen | 30 Min. | 45 Min. |
| Zürich | 450’000 | Zug mit 1x Umsteigen | 15 Min. | 1h 11 Min. |
Die Bewohner:innen des Wohnnetzes sollen möglichst auf ein privates Auto verzichten, sofern dieses nicht für die Ausübung ihres Berufs erforderlich ist. Stattdessen stellt die Gemeinschaft Fahrzeuge im Rahmen eines Carsharing-Modells zur Verfügung.
PS: Durch die tieferen Krankenkassenprämien und Steuern in Lichtensteig hast du dein Verbundabo für den Öffentlichen Verkehr bald finanziert.
Falls du mit dem Gedanken eines Einzugs ins Wohnnetz spielst, aber noch offene Fragen zum Ort hast: Zögere nicht, uns zu kontaktieren oder statte Lichtensteig einfach mal einen Besuch ab!









