Category Archives: Einrichtungen

Secondhand-Depot

Was man nicht mehr braucht, stellt man beim Wohnnetz einfach ins Secondhand-Depot – gratis oder mit Name & Preisschild. So können sich andere an Dingen erfreuen, die für einen überflüssig geworden sind: Wiederverwenden ist eines der wichtigsten ökologischen Gebote. Kleider, Schuhe, Möbel, Geschirr, Bilder – ein regelmässiger Gang durch das Secondhand-Depot entfacht auch einfach die Lust am Stöbern, wie wir das alle von Brockenhäusern oder Flohmärkten kennen. (Und im Gegensatz zum Hinausstellen auf die Strasse, wie das jetzt gelegentlich gemacht wird, bleiben die Dinge auch brauchbar, wenn am nächsten Tag Regen fällt.)

Werkstatt

Die Werkstatt (ausgerichtet auf Holz- und Metallbearbeitung) kann sowohl in künstlerischer (z.B. Schnitzen einer Skulptur) als auch in pragmatischer Absicht (z.B. Flicken eines Velos) genutzt werden. Idealerweise mit fachlicher Betreuung zu bestimmten Zeiten. So erübrigt sich ausserdem, dass jeder Haushalt sich ein eigenes Arsenal hält – wer zwei 4mm-Kunststoffdübel oder eine Rohrzange braucht, holt sie sich einfach schnell in der Werkstatt.

Musikraum

Dieses Zimmer lädt ein, alleine oder als Gruppe zu musizieren. Durch seine Lage und Schalldämpfung ist garantiert, auch zu Unzeiten keine Nachbar:innen zu stören. Es ist ausgerüstet mit einem Grundstock an Instrumenten (z.B. Schlagzeug und Klavier). Evtl. ermöglicht sogar eine kleine Studio-Einrichtung einfache Aufnahmen.

Leihsystem

Das Leihsystem ist simpel, aber äusserst hilfreich: Wenn Bewohner:innen etwas Tolles besitzen, das man aber nur ab und zu braucht (z.B. Schneeschuhe oder ein Raclette-Ofen), tragen sie es in ein digitales Leihsystem ein (analog z.B. der App Sharely). So können andere Bewohner:innen anfragen, ob sie den Gegenstand auch mal (gratis oder gegen eine kleine Gebühr) nutzen dürfen. Beliebte Gegenstände (z.B. eine Bohrmaschine) können auch vom Wohnnetz direkt angeschafft werden. Solche unkommerziellen «Library of Things» erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und werden z.B. in Basel als Leihlager oder in Bern als LeihBar erfolgreich betrieben.

Übrigens: Das Leihsystem geht über Gegenstände hinaus! Die Bewohner:innen sind angehalten, auch besondere Kompetenzen (z.B. Computer-Probleme lösen) aufzulisten. So wissen alle, wen sie bei Bedarf um einen Gefallen (umsonst oder gegen eine kleine Entschädigung) bitten können. Niemand muss alles besitzen oder alles können – denn beim Wohnnetz hat man Zugang zu einem grossen, teilenden Netzwerk!

Versorgungsbasis

Die Versorgungsbasis des Wohnnetzes bietet 24/7 in Selbstbedienung (analog z.B. dem Mini.Bierladen / Toggenburgshop in Lichtensteig) Grundnahrungsmittel und wichtige Haushaltsartikel zum Selbstkostenpreis an, wie das auch in anderen Genossenschaften, wie z.B. dem GemeinSaftladen in Bern erfolgreich gemacht wird. Dabei unterscheidet sie sich durch folgende Aspekte von einem gewöhnlichen Laden:

  • Umwelt- und Sozialstandards: Als Konsument:in kann man sich sicher sein, dass die angebotenen Produkte nicht mittels Ausbeutung von Natur und Arbeiter:innen hergestellt wurden. Das mühsame Kämpfen durch den Label-Dschungel entfällt also.
  • Mengenvorteil und Reduktion des Verpackungsabfalls: Das Angebot ist grundsätzlich unverpackt. Abfüllen kann man in eigene Mehrweg-Behälter oder in solche der Versorgungsbasis mit Pfand. Durch die grösseren Einkaufsmengen (z.B. ein 25-Liter Kanister Olivenöl statt einzelne 0,5-Liter-Flaschen) ist das Angebot vergleichsweise günstig. Der Grund warum dies in einigen derartigen Läden nicht der Fall ist, liegt auch an deren gehobene Ästhetik – im Gegensatz dazu ist die Versorgungsbasis auf Effizienz ausgelegt.
  • Kein Foodwaste: Verderbliche Artikel werden gegen Ende ihrer Haltbarkeit konsequent heruntergeschrieben oder notfalls verschenkt, sodass keine Lebensmittelverschwendung entsteht.
  • Vertragslandwirtschaft: Das Wohnnetz schliesst einen direkten Abnahmevertrag mit einem (Bio-)Bauernhof in der Umgebung ab. Dieser beliefert die Versorgungsbasis wöchentlich mit Körben, die ein regionales und saisonales Angebot an Gemüse und Früchten enthalten. Die Haushalte können ihren Korb nun hier abholen kommen – ein schon lange erfolgreiches System, wie z.B. der Birsmattehof bei Basel zeigt.

Ein solches Konzept hat erfahrungsgemäss seine Mühe in Konkurrenz zu den bequemen Billigprodukten der Grossverteiler. Deshalb wird beim Wohnnetz allen Bewohner:innen mit der Miete ein gewisser Fixbetrag verrechnet, den Sie als Gutschein in der Versorgungsbasis einsetzen können – sozusagen als finanzieller Anreiz, einen Teil ihrer Grundversorgung nach den Idealen des Wohnnetzes zu decken.